Aktuelle Ausstellung "Hamstern Goldhamster Gold?"

Wenn sogar Enten Taler horten, können Hamster auch Gold hamstern. Oder? Die Antwort darauf gibt es in der neuen Ausstellung der zettzwo Produzentengalerie.
Wo zunächst die Lust am Wortspiel im Vordergrund steht, darf die Freude am visuellen Fabulieren auch weiterschweifen. Zu hinlänglich bekannten Geizkragen wie Dagobert oder bei Dickens und Molière besteht natürlich ein Unterschied zum Liebling vieler Kinderzimmer mit seiner natürlichen Neigung zur Vorratshaltung.
Ganz anders auch das Horten als Begleiterscheinung des Leids der Kriegsgenerationen. Die negative Konnotation des Hamsterns, die sich bis heute hält, stammt aus dieser Zeit. „Gold“ ist eine unveränderliche Größe im Thema der Dezember Ausstellungen von zettzwo. Der Sehnsucht nach ein bisschen Licht und Glanz während der dunklen Jahreszeit ist groß und wird von den Künstlerinnen und Künstlern auf unterschiedlichste Weise reflektiert.

Besonders freut sich die zettzwo Produzentengalerie im Dezember einen Gast begrüßen zu dürfen:

Tom Naumann, geb. 1967

Bereichsleiter Kunstschule an der Musik- und Kunstschule Bruchsal
Dozent für Bildende Kunst und Fotografie
Freischaffender Künstler

Tom Naumann nutzt für seine keramischen Arbeiten die traditionellen Techniken des Raku.
Die bei 900 Grad gebrannten Tonobjekte werden im Holzfeuer mit Glasur nochmals auf ca. 1000 Grad gebrannt und dann in einem Schwelbrandverfahren reduziert.
Diese Technik der Modulation entstand vor einem historischen und religiösen Hintergrund: Mit dem sich stärker verbreitenden Zen-Buddhismus entwickelte sich im Japan des 16. Jahrhunderts ein neues ästhetisches Prinzip, das Wabi Sabi. Die Einfachheit und die Wertschätzung der Fehlerhaftigkeit stehen im Zentrum dieser Anschauung. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich Kintsugi - die Goldverbindung, die den Makel hervorhebt.
Diese traditionellen Techniken modern interpretierend, zerstört oder zerteilt Tom Naumann seine keramischen Arbeiten bewusst, um sie dann wieder zusammenzusetzen. Dabei werden sowohl die schöpferische Kraft des Feuers wie auch Bruch und Zerbrechlichkeit als ein ästhetisches Prinzip genutzt, um Objekte zu erschaffen, deren Modernität gerade durch die traditionelle Rückbesinnung verblüfft.

Öffnungszeiten der Galerie: Samstag 10 - 14 Uhr


Artikel am 14.01.2018 in "der SONNTAG"


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